Jedes Jahr treten Vergiftungen auf, die auf den Verzehr von selbst gesammelten Pilzen zurückzuführen sind. Zur Zeit kommt es besonders häufig zu Verwechslungen des Steinpilzes (Boletus edulis) mit anderen giftigen oder ungeniessbaren Röhrlingen, hauptsächlich mit dem Satansröhrling (Boletus satanas), der 2-3 Stunden nach Konsum einen starken Brechdurchfall verursacht. Diese Pilzvergiftung ist zwar unangenehmen, hat aber sonst einen gutartigen Verlauf. Ganz anders sieht es bei einer Verwechslung von Champignons (zum Beispiel Agaricus campestris) mit dem Grünen Knollenblätterpilz (Amanita phalloides) aus. Dieser kann eine lebensbedrohliche Leberschädigung zur Folge haben.
Glücklicherweise sind tödliche Pilzvergiftungen in der Schweiz selten (letzter Fall im 2005). Pilze bleiben trotzdem eine tödliche Gefahr, weil essbare und nicht essbare Exemplare in der Natur teilweise schwieriger zu unterscheiden sind als in den Lehrbüchern. Alle privat gesammelten Pilze müssen deshalb vor der Zubereitung zwingend einem Pilzkontrolleur gezeigt werden. Um eine optimale Kontrolle zu gewährleisten sollten einige Punkte beachtet werden. Verwenden Sie zum Sammeln immer Körbe, niemals Plastik- oder Papiersäcke. Nur Pilze in einwandfreiem Zustand pflücken und während dem Transport vor zu grosser Wärme (Kofferraum) schützen. Die Pilze sind geputzt und nach Arten getrennt vorzuzeigen. Sollten nach dem Genuss eines Pilzgerichtes trotz allem Beschwerden auftreten, kontaktieren Sie unbedingt das Tox-Zentrum unter Telefon 145 .
Pilzkontrollstellen im Thurgau
Eine gesamtschweizerische Liste der Pilzkontrollstellen ist auf der Internetseite der Schweizeri-
schen Vereinigung amtlicher Pilzkontrollorgane VAPKO publiziert.
Quelle: Tox-Zentrum, pharmavista; 23.08.2010


